Der Siphon unter Ihrem Waschbecken, der Dusche oder der Badewanne ist eine wichtige Komponente des Abflusssystems. Er verhindert nicht nur unangenehme Gerüche aus den Rohren, sondern sammelt auch Haare, Kalk und andere Verschmutzungen – und verstopft daher regelmäßig. Die gute Nachricht: In vielen Fällen können Sie einen Siphon selbst reinigen.
Was ist ein Siphon und warum verstopft er?
Ein Siphon ist das U-förmige oder S-förmige Rohrstück unter dem Becken. Das Wasser, das dort stehen bleibt, bildet einen Wasserschloss, das Gase und Gerüche aus dem Rohrsystem abhält. Genau an dieser Stelle sammeln sich aber auch Haare, Seifenreste, Kalk und Schmutz an. Mit der Zeit führt dies zu Verstopfungen und langsamem Abfluss.
Vorbereitung: Das brauchen Sie
Bevor Sie beginnen, sammeln Sie die notwendigen Materialien:
- Eimer oder Schüssel (zum Auffangen von Wasser)
- Schraubenschlüssel oder Rohrzange
- Tücher oder Lappen
- Gummihandschuhe
- Zahnbürste oder kleine Bürste
- Eventuell Rohrreiniger oder Natron und Essig
Wichtig: Arbeiten Sie immer unter dem Becken, nicht darüber. So vermeiden Sie, dass Wasser oder Schmutz auf Ihren Körper spritzen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Siphon reinigen
Schritt 1: Becken leeren und Eimer positionieren
Stellen Sie einen Eimer oder eine Schüssel direkt unter den Siphon. So fangen Sie auslaufendes Wasser auf. Leeren Sie das Becken vollständig.
Schritt 2: Siphon lockern
Viele Siphons haben Verschraubungen an Ober- und Unterkante. Lösen Sie diese behutsam mit einem Schraubenschlüssel oder einer Rohrzange. Arbeiten Sie gegen den Uhrzeigersinn. Falls sich der Siphon sehr fest sitzt, können Sie etwas Rohrreiniger einwirken lassen, bevor Sie erneut versuchen, ihn zu lösen.
Schritt 3: Siphon abbauen
Drehen Sie den Siphon vorsichtig ab. Wasser wird in den Eimer fließen – das ist normal. Legen Sie den Siphon in die Badewanne oder über ein großes Tuch, um Verschmutzungen zu kontrollieren.
Schritt 4: Verstopfung entfernen
Mit bloßem Auge sehen Sie oft schon Haare, Schmutz und Kalk im Siphon. Entfernen Sie diese von Hand (mit Handschuhen) oder mit einer Zahnbürste. Spülen Sie den Siphon unter fließendem warmem Wasser, um Verschmutzungen auszuspülen.
Schritt 5: Gründliche Reinigung
Für hartnäckige Verschmutzungen können Sie den Siphon in eine Mischung aus warmem Wasser und Essig oder mit etwas Rohrreiniger tauchen. Lassen Sie ihn 15–30 Minuten einwirken und bürsten Sie ihn dann erneut durch. Dies löst auch Kalkablagerungen.
Schritt 6: Siphon wieder einbauen
Setzen Sie den gereinigten Siphon wieder in position und drehen Sie die Verschraubungen handfest an. Verwenden Sie die Rohrzange nur, wenn nötig – zu starkes Anziehen kann das Gewinde beschädigen.
Schritt 7: Kontrolle und Spülung
Drehen Sie das Wasser auf und prüfen Sie, ob es ordentlich abläuft und ob die Verbindungen dicht sind. Testen Sie auch auf Lecks unter dem Becken.
Natürliche Alternativen zur Siphon-Reinigung
Falls Sie keinen Siphon ausbauen möchten oder eine Vorsorgemaßnahme suchen, können Sie auch von oben reinigen:
- Natron und Essig: Geben Sie eine Handvoll Natron in den Abfluss, gefolgt von einer halben Tasse Essig. Lassen Sie es 30 Minuten wirken und spülen Sie mit kochend heißem Wasser nach.
- Kochendes Wasser: Manchmal reicht bereits heißes Wasser, um leichte Verschmutzungen zu lösen.
- Rohrreinigungsspirale: Eine flexible Metallspirale kann vorsichtig in den Abfluss geführt werden, um Haare zu entfernen.
Wann ist professionelle Hilfe nötig?
Manche Verstopfungen lassen sich nicht selbst beheben:
- Der Siphon lässt sich nicht öffnen oder ist beschädigt
- Nach der Reinigung läuft das Wasser immer noch nicht ab
- Es riecht sehr unangenehm, deutet auf eine tiefere Verstopfung hin
- Mehrere Abflüsse sind gleichzeitig langsam oder verstopft
- Wasser tritt unter dem Becken aus
In diesen Fällen empfehlen wir, professionelle Fachkräfte zu kontaktieren. Diese verfügen über spezialisierte Werkzeuge und können tiefere Rohrverstopfungen zuverlässig beheben. Rufen Sie die Notruf-Hotline an: 0151 611 342 71 – rund um die Uhr erreichbar.
Vorbeugende Maßnahmen
Mit einfachen Gewohnheiten verlängern Sie die Zeit zwischen Reinigungen:
- Haare aus dem Abfluss entfernen, bevor sie im Siphon landen (Haarsiebe verwenden)
- Kochendes Wasser regelmäßig (1x pro Woche) in den Abfluss gießen
- Keine Speisereste in die Toilette oder das Becken werfen
- Monatliche Natron-Essig-Spülung durchführen
- Seife und Shampoo nicht zu sparsam dosieren
Ein sauberer Siphon ist die Grundlage für einen funktionierenden Abfluss. Mit dieser Anleitung sollte die Reinigung problemlos gelingen. Bei hartnäckigen Problemen oder Unsicherheiten ist es kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verstand, einen Fachmann zu holen.